Internetverträge sind 2026 zwar seltener ein „Gebühren-Labyrinth“ als früher, aber Überraschungen gibt es weiterhin – nur verstecken sie sich heute in sauber formulierten (und trotzdem leicht zu übersehenden) Passagen. Wenn du einen Tarif willst, der planbar bleibt, konzentriere dich auf vier Punkte: wie Preise angepasst werden dürfen, was in „Paketen“ tatsächlich enthalten ist, was mit Router/ONT beim Vertragsende passiert und welche Optionen du beim Umzug hast. Dieser Leitfaden ist als Checkliste gedacht – nicht als Text, den man einmal liest und dann vergisst.
1) Preisindexierung oder feste Preiserhöhungen: Der Vertrag sollte genau nennen, wann Anpassungen möglich sind und wie der neue Preis berechnet wird. 2) Ende der Promo-Phase: Rabattmonate wechseln oft automatisch in den höheren Standardpreis. 3) „Paket“-Annahmen: Extras (Sicherheit, WLAN-Pods, Streaming, statische IP) können zeitweise enthalten sein und danach kostenpflichtig werden. 4) Router-/Mesh-Miete: Monatliche Gerätekosten können über die gesamte Laufzeit anfallen, nicht nur in den ersten Monaten. 5) Einmalige „Aktivierungs-“ oder „Anschluss“-Gebühren: teils nur erlassen, wenn du den Vertrag eine Mindestzeit behältst.
6) Technikergebühren: Manche Anbieter berechnen Besuche ohne Netzfehler, verpasste Termine oder Arbeiten an der Hausverkabelung. 7) Fair-Use-Regeln: „Unbegrenzt“ kann trotzdem Traffic-Management, Hotspot-Limits oder Ausschlüsse für gewerbliche Nutzung enthalten. 8) Gebühren bei vorzeitiger Kündigung: häufig an die verbleibenden Monate gekoppelt und manchmal plus Verwaltungsgebühr. 9) Preisänderungen wegen „Kostensteigerungen“: sehr breite Formulierungen können greifen, wenn Zulieferbedingungen wechseln – sofern der Vertrag nicht klar begrenzt, wann und warum Anpassungen zulässig sind. 10) Automatische Verlängerung und Verlängerungswege: Du wirst teilweise Richtung telefonischer Verlängerung gelenkt, ohne saubere schriftliche Bestätigung – wenn du nicht ausdrücklich danach verlangst.
Praktische Gewohnheit: Bitte vor Abschluss um eine einseitige Zusammenfassung (oder das Dokument mit den wichtigsten Informationen) und gleiche sie mit den vollständigen Bedingungen ab. Wenn sich Zusammenfassung und Bedingungen widersprechen, lass dir schriftlich bestätigen, welche Version für die Abrechnung gilt. Speichere diese Nachricht als PDF – das ist später oft der sauberste Nachweis.
Achte auf klare Zahlen und Daten: „£X/Monat von Monat 1 bis 12, danach £Y/Monat“ ist eindeutig; „kann jährlich steigen“ ist es nicht. Wenn der Vertrag auf einen Index verweist, sollte er auch regeln, was passiert, wenn der Index seine Methodik ändert, ersetzt wird oder ausgesetzt ist – vage Formulierungen bedeuten meist, dass der Anbieter Spielraum behält. Wenn du die Gesamtkosten nicht in fünf Minuten auf einem Kalender durchrechnen kannst, ist es nicht wirklich transparent.
Stell eine Frage, die Klarheit erzwingt: „Was zahle ich in Monat 1, Monat 7 und Monat 13, wenn ich keine optionalen Extras nehme?“ Wenn die Antwort nicht präzise ist, fordere ein schriftliches Angebot mit diesen Monaten. In vielen Streitfällen setzen Anbieter darauf, dass Kundinnen und Kunden nur den Einstiegspreis wahrnehmen – dein Ziel ist, den Preis nach der Promo-Phase konkret festzuhalten.
Achte auf Standardaktivierungen bei Extras. Die saubersten Verträge machen jedes Extra zum Opt-in. Riskant sind Formulierungen wie „enthalten“, „Teil deines Pakets“ oder „aktiviert“, ohne klar zu sagen „kostenlos für die gesamte Laufzeit“. Wenn etwas nur testweise kostenlos ist, brauchst du das exakte Enddatum und den exakten Preis danach schriftlich.
Beim Umzug wird es oft kompliziert. Der Anbieter kann „Umzug“ wie eine Neuinstallation behandeln – mit neuen Gebühren, neuer Mindestlaufzeit oder einem Neustart der Promo-Konditionen. Behandle den Umzug 2026 wie eine Mini-Neuverhandlung: Lass die neue Adresse schriftlich prüfen, bestätige die erwartete Technik (Glasfaser, FTTC, Kabel, Fixed Wireless) und frage nach Mindestleistungen oder einem Ausstiegsrecht, falls die Performance spürbar schlechter ausfällt.
Wenn an der neuen Adresse kein Dienst verfügbar ist, akzeptiere kein vages „wir schauen mal“ ohne klare Frist. Frage nach der formalen Position: ob der Anbieter die vertragliche Leistung liefern kann, bis wann, und welche Optionen du hast, falls nicht. Wenn das Ersatzangebot erkennbar schlechter ist (zum Beispiel deutlich geringere Geschwindigkeit oder höherer Ping), verlange eine Lösung: niedrigeren Preis, Kündigung ohne Strafgebühren oder eine Übergangslösung mit klaren Bedingungen.
Plane das Wechsel-Fenster. Ideal ist Kontinuität: Der alte Anschluss bleibt aktiv, bis der neue steht. Wenn du kurzzeitig zwei Verträge parallel brauchst, sprich das vorher ab (selbst zwei Wochen Überlappung können günstiger sein als Ausfall im Homeoffice). Hebe jede Terminbestätigung auf, denn verpasste oder verschobene Installationen sind eine häufige Ursache für Zusatzkosten und verlorene Zeit.
Nutze ein einfaches Skript per E-Mail oder Chat: „Ich ziehe um. Bitte bestätige (1) ob ihr an der neuen Adresse dieselbe Tarifstufe liefern könnt, (2) den Monatspreis und alle einmaligen Gebühren, (3) ob meine Mindestlaufzeit neu startet, und (4) meine Optionen, wenn der Dienst nicht verfügbar oder deutlich schlechter ist.“ So zwingst du die wichtigsten Punkte in einen einzigen, nachvollziehbaren Gesprächsfaden.
Wenn man auf einem neuen Vertrag besteht, behandle es wie einen Neukauf. Fordere die vollständigen vorvertraglichen Informationen erneut an und prüfe, ob der Umzug neue Verwaltungsgebühren, neue Routerkosten oder einen anderen Zeitplan für Preisänderungen auslöst. Viele akzeptieren „das ist halt im System“ – aber Systeme sind keine Vereinbarung, solange du nicht bewusst zustimmst.
Wenn sich der Installationstermin verschiebt, verlasse dich nicht auf mündliche Zusagen. Verlange ein schriftliches Update und ein neues Aktivierungsdatum. Wenn du vorübergehend Internet brauchst (Hotspot, 4G/5G-Router, Coworking-Tagespass), rechne die echten Kosten aus und nutze diese Zahl später bei Verhandlungen zu Entschädigung oder Gebührennachlass.

Bei Geräten eskalieren Kleinigkeiten schnell. Kläre, ob Router, ONT, Mesh-Pods oder TV-Box geliehen, gemietet oder verkauft sind. „Enthalten“ heisst nicht immer „gehört dir“. Frage, was zurück muss, in welchem Zustand und bis wann. Prüfe auch, ob Originalzubehör, Netzteile oder eine Seriennummer-Zuordnung verlangt werden – fehlende Teile sind ein häufiger Grund für Nachbelastungen.
Behandle die Rückgabe wie ein wertvolles Paket: Fotografiere Gerät, Zubehör und Seriennummer und dokumentiere den Zustand. Nutze Versand mit Tracking, bewahre den Beleg auf und speichere die Tracking-Seite am Versandtag als Screenshot. Wenn du im Shop abgibst, verlange eine Quittung mit Gerätekennungen. Das Ziel ist simpel: du brauchst Beweise dafür, was du geschickt hast, wann du es geschickt hast und dass es angenommen wurde.
Und jetzt die Checkliste. Vor dem Abschluss: Gesamtkosten über die ganze Laufzeit bestätigen, inklusive Preis nach der Promo-Phase, möglicher Anpassungen und verpflichtender Gerätekosten; Gebühren bei vorzeitiger Kündigung prüfen; sicherstellen, dass Extras opt-in sind; Umzugsregeln klären. Am Installationstag: das gebuchte Paket, die Seriennummern der installierten Geräte und die ersten Speedtests festhalten. Im ersten Monat: die Rechnung Zeile für Zeile prüfen, unerwünschte Extras sofort kündigen und jede Änderungsanfrage datiert dokumentieren.
Vor Abschluss (zum Kopieren): „Monatspreis nach Monaten (1 / 6 / 12 / 18). Alle geplanten Erhöhungen als Geldbetrag. Einmalige Gebühren (Aktivierung, Versand, Techniker). Gerätekosten (kaufen/mieten/leihen) und Rückgabefrist. Formel für vorzeitige Kündigung. Liste der Extras mit Preisen und ob sie automatisch weiterlaufen. Support-Kanäle, die schriftlich bestätigen.“
Installationstag: „Foto der Geräte und Seriennummern. Schriftliche Bestätigung von Paketname und Geschwindigkeit. Speedtests mit Zeitstempel (möglichst per Kabel). Notieren, ob interne Verkabelung erwähnt wird und ob sie kostenpflichtig ist. Termin-SMS/E-Mails speichern. Wenn etwas vom Kauf abweicht, noch am selben Tag schriftlich melden.“
Erster Monat: „Rechnung prüfen auf: korrekten Promo-Rabatt; keine unerwarteten Extras; korrekte Gerätekosten; korrekte Daten; korrekte anteilige Abrechnung. Bei Fehlern schnell und schriftlich widersprechen, mit Screenshots. Wenn du kündigen willst, die Geräte-Rückgabe früh planen und Tracking-Belege bis zur Schlussrechnung aufbewahren.“